GdS Tabelle: Brüche (Hernien)

Unter einer Hernie ist der Durchtritt von Bauchorganen bzw. Baucheingeweiden und dem dazu gehörenden Bauchfell durch eine Lücke bzw. Öffnung zu verstehen, die meist in der Bauchwand liegt. Diese Öffnung wird auch Bruchpforte genannt. Das bekannteste Beispiel für eine Hernie ist der Leistenbruch (Leistenhernie). Hernien können auch in Folge einer Operation entstehen, bei der die Bauchdecke geöffnet wurde (Narbenhernie).

Die Bruchpforte kann angeboren sein oder z.B. durch körperliche Belastung erworben werden. Bruchpforten werden meist operativ verschlossen, weil Hernien ernste Folgen haben können.

Problematisch an Hernien ist, dass die durch die Lücke hindurchgetretenen Organe bzw. Organteile mit dem Bauchfell zusammen in der Bruchpforte abgeklemmt werden können, sobald sich die Lücke wieder verengt. Dies stört  den Blutfluss in den betroffenen Organteilen und kann zu mangelhafter Durchblutung des abgeklemmten Gewebes führen. Im schlimmsten Falle stirbt das Gewebe ab und wird zu sogenanntem nekrotischem Gewebe. Unter körperlicher Belastung ist die Gefahr von Komplikationen höher.



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Ist der Darm betroffen, besteht außerdem die Gefahr eines Darmverschlusses. Auch Abschnitte des Darms können durch eine Bruchpforte gedrückt werden. Wird dieser Darmabschnitt abgeklemmt, weil sich die Bruchpforte teilweise wieder schließt, kann ein Darmverschluss (Ileus) eintreten. Dadurch wird zunächst der Speisebrei nicht weitertransportiert. Weil jedoch auch die Blutversorgung des abgeklemmten Darmabschnitts vermindert ist, wird das Darmgewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und kann absterben.

Zwischen drei und fünf Prozent der Menschen bekommen im Laufe ihres Lebens eine Hernie, davon sind 90% Männer und 10% Frauen (Quelle: flexicon.doccheck.com).

Bei den Brüchen bzw. Hernien, für die ein GdS vergeben wird, werden in der Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV) folgende genannt:


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  • Leisten- oder Schenkelbruch
  • Nabelbruch, Narbenbruch
  • Zwerchfellbrüche
  • Zwerchfelldefekte

Die Feststellung des Grades der Behinderung richtet sich nach den in den Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV) festgelegten Gesundheitsstörungen.

Dort sind Anhaltspunkte festgelegt, nach denen bestimmte Gesundheitsstörungen in ein Maß für die Beeinträchtigung der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zugeordnet werden. Dieses Maß wird als Grad der Schädigung (GdB) bezeichnet, in der VersMedV wird der Grad der Schädigung (GdS) verwendet.

Nachfolgend sind die in der Versorgungsmedizin-Verordnung mit dem Ausfertigungsdatum 10.12.2008 genannten Gesundheitsstörungen mit dem GdS im Bereich „Brüche (Hernien)“ als unveränderte Wiedergabe des Verordungstextes vom Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz aufgeführt.

11. Brüche (Hernien)

11.1Leisten- oder Schenkelbruch je nach Größe und Reponierbarkeit
ein- oder beidseitig0-10
bei erheblicher Einschränkung der Belastungsfähigkeit20
11.2Nabelbruch oder Bruch in der weißen Linie0-10
Bauchnarbenbruch, angeborene Bauchwandbrüche und -defekte
ohne wesentliche Beeinträchtigung, je nach Größe0-10
mit ausgedehnter Bauchwandschwäche und fehlender oder stark eingeschränkter Bauchpresse20
mit Beeinträchtigung der Bauchorgane bei Passagestörungen ohne erhebliche Komplikationen20-30
bei häufigen rezidivierenden Ileuserscheinungen40-50
Bei schweren angeborenen Bauchwanddefekten mit entspechender Beeinträchtigung der Bauch- und Brustorgane kommt auch ein höherer GdS in Betracht.
11.3Zwerchfellbrüche (einschl. Zwerchfellrelaxation)
Speiseröhrengleithernie0-10
andere kleine Zwerchfellbrüche ohne wesentliche Funktionsstörung0-10
größere Zwerchfellbrüche je nach Funktionsstörung20-30
Komplikationen sind zusätzlich zu bewerten.
Angeborene Zwerchfelldefekte mit Verlagerung von inneren Organen in den Brustkorb und Minderentwicklung von Lungengewebe
mit geringer Einschränkung der Lungenfunktion40
sonst je nach Funktionsbeeinträchtigung der betroffenen Organe50-100

Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/ , Stand 03.11.2020

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