GdS Tabelle: Sehorgan

Die Feststellung des Grades der Behinderung richtet sich nach den in den Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV) festgelegten Gesundheitsstörungen.

Dort sind Anhaltspunkte festgelegt, nach denen bestimmte Gesundheitsstörungen in ein Maß für die Beeinträchtigung der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zugeordnet werden. Dieses Maß wird als Grad der Schädigung (GdB) bezeichnet, in der VersMedV wird der Grad der Schädigung (GdS) verwendet.

Nachfolgend sind die in der Versorgungsmedizin-Verordnung mit dem Ausfertigungsdatum 10.12.2008 genannten Gesundheitsstörungen mit dem GdS im Bereich „Sehorgan“ als unveränderte Wiedergabe des Verordungstextes vom Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz aufgeführt.

Als Beeinträchtigungen des Sehorgans werden z.B.folgende genannt:

  • der Verlust eines Auges,
  • Verlust der Linse,
  • Gesichtsfeldausfälle,
  • Gesichtsfeldeinengungen.

4. Sehorgan

Die Sehbehinderung umfasst alle Störungen des Sehvermögens. Für die Beurteilung ist in erster Linie die korrigierte Sehschärfe maßgebend; daneben sind u. a. Ausfälle des Gesichtsfeldes und des Blickfeldes zu berücksichtigen.

Die Sehschärfe ist grundsätzlich entsprechend den Empfehlungen der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) nach DIN 58220 zu bestimmen; Abweichungen hiervon sind nur in Ausnahmefällen zulässig (zum Beispiel bei Bettlägerigkeit oder Kleinkindern). Die übrigen Partialfunktionen des Sehvermögens sind nur mit Geräten oder Methoden zu prüfen, die den Empfehlungen der DOG entsprechend eine gutachtenrelevante einwandfreie Beurteilung erlauben.

Hinsichtlich der Gesichtsfeldbestimmung bedeutet dies, dass zur Feststellung von Gesichtsfeldausfällen nur Ergebnisse der manuellkinetischen Perimetrie entsprechend der Marke Goldmann III/4e verwertet werden dürfen.

Bei der Beurteilung von Störungen des Sehvermögens ist darauf zu achten, dass der morphologische Befund die Sehstörungen erklärt.

Die Grundlage für die GdS-Beurteilung bei Herabsetzung der Sehschärfe bildet die „MdE-Tabelle der DOG“.

4.1 Verlust eines Auges mit dauernder, einer Behandlung nicht zugänglichen Eiterung der Augenhöhle40
4.2 Linsenverlust
Linsenverlust korrigiert durch intraokulare Kunstlinse oder Kontaktlinse
Linsenverlust eines Auges
Sehschärfe 0,4 und mehr10
Sehschärfe 0,1 bis weniger als 0,420
Sehschärfe weniger als 0,125-30

Linsenverlust beider Augen

Beträgt der sich aus der Sehschärfe für beide Augen ergebende GdS nicht mehr als 60, ist dieser um 10 zu erhöhen.

Die GdS-Werte setzen die Verträglichkeit der Linsen voraus. Maßgebend ist der objektive Befund.

Bei Versorgung mit Starbrille ist der aus der Sehschärfe für beide Augen sich ergebende GdS um 10 zu erhöhen, bei Blindheit oder Verlust des anderen Auges um 20.

Bei Unkorrigierbarkeit richtet sich der GdS nach der Restsehschärfe.

 

4.3 Die augenärztliche Untersuchung umfasst die Prüfung der einäugigen und beidäugigen Sehschärfe. Sind die Ergebnisse beider Prüfungsarten unterschiedlich, so ist bei der Bewertung die beidäugige Sehschärfe als Sehschärfewert des besseren Auges anzusetzen.

MdE-Tabelle der DOG
RA1,00,80,630,50,40,320,250,20,160,10,080,050,020
Sehschärfe5/55/65/85/105/125/155/205/255/305/501/121/201/500
LA
1,05/5000551010101520202525*25
0,85/6005510101015202025303030
0,635/805101010101520202530303040
0,55/1055101010152020253030354040
0,45/12510101020202525303035405050
0,325/151010101520303030404040505050
0,255/201010152025304040405050506060
0,25/251015202025304050505060607070
0,165/301520202530404050606060708080
0,15/502020253030405050607070809090
0,081/122025303035405060607080909090
0,051/202530303540505060708090100100100
0,021/502530304050506070809090100100100
00*2530404050506070809090100100100
4.4 Augenmuskellähmungen, Strabismus
wenn ein Auge wegen der Doppelbilder vom Sehen ausgeschlossen werden muss30
bei Doppelbildern nur in einigen Blickfeldbereichen bei sonst normalem Binokularsehen ergibt sich der GdS aus dem nachstehenden Schema von Haase und Steinhorst:
Link zum Schema von Haase und Steinhorst
bei einseitiger Bildunterdrückung durch Gewöhnung (Exklusion) und entsprechendem Verschwinden der Doppelbilder10
Einschränkungen der Sehschärfe (z. B. Amblyopie) oder eine erheblich entstellende Wirkung sind ggf. zusätzlich zu berücksichtigen.
Lähmung des Oberlides mit nicht korrigierbarem, vollständigem
Verschluss des Auges30
sonst10-20
Fehlstellungen der Lider, Verlegung der Tränenwege mit Tränenträufeln
einseitig0-10
beidseitig10-20
4.5 Gesichtsfeldausfälle
Vollständige Halbseiten- und Quadrantenausfälle
Homonyme Hemianopsie40
Bitemporale Hemianopsie30
Binasale Hemianopsie
bei beidäugigem Sehen10
bei Verlust des beidäugigen Sehens30
Homonymer Quadrant oben20
Homonymer Quadrant unten30
Vollständiger Ausfall beider unterer Gesichtsfeldhälften60
Ausfall einer Gesichtsfeldhälfte bei Verlust oder Blindheit des anderen Auges
nasal60
temporal70
Bei unvollständigen Halbseiten- und Quadrantenausfällen ist der GdS entsprechend niedriger anzusetzen.
Gesichtsfeldeinengungen
Allseitige Einengung bei normalem Gesichtsfeld des anderen Auges
auf 10° Abstand vom Zentrum10
auf 5° Abstand vom Zentrum25
Allseitige Einengung binokular
auf 50° Abstand vom Zentrum10
auf 30° Abstand vom Zentrum30
auf 10° Abstand vom Zentrum70
auf 5° Abstand vom Zentrum100
Allseitige Einengung bei Fehlen des anderen Auges
auf 50° Abstand vom Zentrum40
auf 30° Abstand vom Zentrum60
auf 10° Abstand vom Zentrum90
auf 5° Abstand vom Zentrum100
Unregelmäßige Gesichtsfeldausfälle, Skotome im 50°-Gesichtsfeld unterhalb des horizontalen Meridians, binokular
mindestens 1/3 ausgefallene Fläche20
mindestens 2/3 ausgefallene Fläche50
Bei Fehlen eines Auges sind die Skotome entsprechend höher zu bewerten.
4.6 Ausfall des Farbensinns0
Einschränkung der Dunkeladaptation (Nachtblindheit) oder des Dämmerungssehens0-10
4.7 Nach Hornhauttransplantationen richtet sich der GdS allein nach dem Sehvermögen.
4.8 Nach Entfernung eines malignen Augentumors ist in den ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten; GdS während dieser Zeit
bei Tumorbegrenzung auf den Augapfel (auch bei Augapfelentfernung)50
sonstwenigstens 80

Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/ , Stand 03.11.2020