GdS Tabelle: Haut

Die GdS-Tabelle „Haut“ umfasst eine Reihe chronischer Erkrankungen der Haut, totalen Haarausfall und Tumorerkrankungen der Haut. Im Gegensatz zu fast allen anderen Bereichen, die in der Versorgungsmedizin-Verordnung genannt werden, hängt die Höhe des GdS davon ab, wie groß die Ausdehnung der einzelnen Hautkrankheiten ist. Auch ohne weitere körperliche Einschränkungen wird hier bereits ein Mindest-GdS bewertet. Die Verordnung berücksichtigt damit, dass Hauterkrankungen an sich bereits Einschränkungen im Alltag mit sich bringen und somit Nachteilsausgleiche gewährt werden sollen.

Bei den Erkrankungen der Haut, für die ein GdB vergeben wird, werden in der Versorgungsmedizin-Verordnung folgende genannt:

  • Ekzeme
  • Chronisch rezidivierende Urtikaria/Quincke-Ödem
  • Akne
  • Rosazea, Rhinophym
  • Hautveränderungen bei Autoimmunkrankheiten des Bindegewebes
    • z.B. Lupus erythematodes, Dermatomyositis, progressive systemische Sklerodermie
  • Blasenbildende Hautkrankheiten (z. B. Pemphigus, Pemphigoide)
    • z.B. Pemphigus, Pemphigoide
  • Psoriasis vulgaris
  • Erythrodermien
  • Ichthyosis
  • Mykosen
  • Totaler Haarausfall
  • Naevus
  • Nach Entfernung eines malignen Tumors der Haut

Führt eine der Hauterkrankungen zu Entstellungen, so sind diese gesondert zu bewerten. Der GdS ist dann noch zusätzlich abhängig davon wie sich sich „Schwierigkeiten im Erwerbsleben, Unannehmlichkeiten im Verkehr mit fremden Menschen sowie seelische Konflikte ergeben können.“



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Wenn Tumore der Haut entfernt wurden, gilt eine sogenannte Heilungsbewährung. Die Versorgungsmedizin-Verordnung nennt nach Entfernung eines Melanoms je nach Stadium einen GdS von 50-80 für die Dauer der Heilungsbewährung von 5 Jahren. Nach dem Ablauf der Heilungsbewährung wird der GdS wieder aberkannt. Bei Basalzellkarzinomen, der Bowen-Krankheit oder Melanoma in situ wird offenbar kein GdS vergeben.

Die Feststellung des Grades der Behinderung richtet sich nach den in den Versorgungsmedizin-Verordnung (VersMedV) festgelegten Gesundheitsstörungen.

Dort sind Anhaltspunkte festgelegt, nach denen bestimmte Gesundheitsstörungen in ein Maß für die Beeinträchtigung der Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zugeordnet werden. Dieses Maß wird als Grad der Schädigung (GdB) bezeichnet, in der VersMedV wird der Grad der Schädigung (GdS) verwendet.

Nachfolgend sind die in der Versorgungsmedizin-Verordnung mit dem Ausfertigungsdatum 10.12.2008 genannten Gesundheitsstörungen mit dem GdS im Bereich „ Haut“ als unveränderte Wiedergabe des Verordungstextes vom Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz aufgeführt.


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17. Haut

Bei der Beurteilung des GdS von Hautkrankheiten sind Art, Ausdehnung, Sitz, Auswirkungen auf den Allgemeinzustand, Begleiterscheinungen (wie Jucken, Nässen, Brennen, unangenehme und abstoßende Gerüche) und die Rezidivbereitschaft bzw. die Chronizität sowie die Notwendigkeit wiederholter stationärer Behandlung zu berücksichtigen. Bei Hautkrankheiten mit stark schwankendem Leidensverlauf kommt ein Durchschnitts-GdS in Betracht. Bei Kindern können sich Hautkrankheiten schwerer auswirken als bei Erwachsenen.

Narben können durch Ausdehnung, Beschaffenheit (z. B. Verhärtung, Verdünnung, Narbenzüge), Sitz oder Einwirkung auf ihre Umgebung zu Störungen führen. Bei flächenhaften Narben nach Verbrennungen, Verätzungen und ähnlichem muss außerdem die Beeinträchtigung der Haut als Schutz-, Ausscheidungs- und Sinnesorgan berücksichtigt werden. Diese Störungen bestimmen die Höhe des GdS.

Bei Entstellungen ist zu berücksichtigen, dass sich Schwierigkeiten im Erwerbsleben, Unannehmlichkeiten im Verkehr mit fremden Menschen sowie seelische Konflikte ergeben können.

17.1 Ekzeme

Kontaktekzeme (z. B. irritatives und allergisches Kontaktekzem)
geringe Ausdehnung und bis zu zweimal im Jahr für wenige
Wochen auftretend0-10
Sonst20-30
Atopisches Ekzem („Neurodermitis constitutionalis“, „endogenes Ekzem“)
geringe, auf die Prädilektionsstellen begrenzte Ausdehnung bis zu zweimal im Jahr für wenige Wochen auftretend0-10
bei länger dauerndem Bestehen20-30
mit generalisierten Hauterscheinungen, insbesondere Gesichtsbefall40
mit klinischer oder vergleichbar intensiver ambulanter Behandlungsnotwendigkeit mehrmals im Jahr50
Seborrhoisches Ekzem
geringe Ausdehnung und Beschränkung auf die Prädilektionsstellen0-10
sonst, je nach Ausdehnung20-30
17.2 Chronisch rezidivierende Urtikaria/Quincke-Ödem
selten, bis zu zweimal im Jahr auftretend, leicht vermeidbare Noxen oder Allergene0-10
häufiger auftretende Schübe, schwer vermeidbare Noxen oder Allergene20-30
schwerer chronischer, über Jahre sich hinziehender Verlauf40-50
Eine systemische Beteiligung z. B. des Gastrointestinaltraktes oder des Kreislaufs ist ggf. zusätzlich zu berücksichtigen.
17.3 Akne
Acne vulgaris
leichteren bis mittleren Grades0-10
schweren Grades mit vereinzelter Abszess- und Knotenbildung und entsprechender erheblicher kosmetischer Beeinträchtigung20-30
Acne conglobata
auf die Prädilektionsstellen begrenzte häufige Abszess- und Fistelbildungen und lokalisationsbedingte Beeinträchtigungen30-40
schwerste Formen mit rezidivierenden eitrigen, vernarbenden axilläringuinalen und nuchalen Abszessen (Acne triade) und ggf. zusätzlicher Beteiligung des Pilonidalsinus (Acne tetrade)wenigstens 50
17.4 Rosazea, Rhinophym
geringe Ausdehnung, kosmetisch nur wenig störend0-10
stärkere Ausdehnung, entstellende Wirkung20-30
17.5 Hautveränderungen bei Autoimmunkrankheiten des Bindegewebes
(z. B. Lupus erythematodes, Dermatomyositis, progressive systemische Sklerodermie)
auf die Prädilektionsstellen begrenzt bei geringer Ausdehnung0-10
auf die Prädilektionsstellen begrenzt bei stärkerer Ausdehnung, je nach kosmetischer und funktioneller Auswirkung20-40
über die Prädilektionsstellen hinausgehend, ggf. Ulzerationen50-70
17.6 Blasenbildende Hautkrankheiten (z. B. Pemphigus, Pemphigoide)
bei begrenztem Haut- und Schleimhautbefall mit geringer Ausdehnung10
sonst20-40
bei generalisiertem Haut- und Schleimhautbefall50-80
in fortgeschrittenen Stadien bei schwerer Beeinträchtigung des Allgemeinzustandes auch höher.
17.7 Psoriasis vulgaris
auf die Prädilektionsstellen beschränkt0-10
ausgedehnter, aber erscheinungsfreie Intervalle von Monaten20
bei andauerndem ausgedehnten Befall oder stark beeinträchtigendem lokalen Befall (z. B. an den Händen)30-50
Eine außergewöhnliche Nagelbeteiligung (mit Zerstörung der Nagelplatten) sowie eine Gelenk- und Wirbelsäulenbeteiligung sind zusätzlich zu bewerten.
17.8 Erythrodermien
bei leichter Intensität des Krankheitsprozesses40
bei mittlerer Intensität des Krankheitsprozesses ohne wesentliche Auswirkung auf den Allgemeinzustand50-60
mit stärkerer Auswirkung auf den Allgemeinzustand70-80
17.9 Ichthyosis
leichte Form,
auf Stamm und Extremitäten weitgehend begrenzt, mit trockener Haut, mäßiger Schuppung, ohne wesentliche Verfärbung0-10
mittlere Form
auf Stamm und Extremitäten weitgehend begrenzt, mit stärkerer Schuppung und Verfärbung20-40
schwere Form
mit ausgeprägter Schuppung und Verfärbung der gesamten Haut, insbesondere der Gelenkbeugen und des Gesichts50-80
17.10 Mykosen
bei begrenztem Hautbefall0-10
bei Befall aller Finger- und Fußnägel, ggf. mit Zerstörung von Nagelplatten20
Chronisch rezidivierendes Erysipel
ohne bleibendes Lymphödem10
sonst, je nach Ausprägung des Lymphödems20-40
Chronisch rezidivierender Herpes simplex
geringe Ausdehnung, bis zu dreimal im Jahr rezidivierend0-10
größere Ausdehnung, häufiger rezidivierend20
17.11 Totaler Haarausfall
(mit Fehlen von Augenbrauen und Wimpern)30
17.12 Naevus
Der GdS richtet sich allein nach dem Ausmaß einer eventuellen Entstellung.
Pigmentstörungen (z. B. Vitiligo)
an Händen und/oder Gesicht
gering10
ausgedehnter20
sonst0
17.13 Nach Entfernung eines malignen Tumors der Haut ist in den ersten fünf Jahren eine Heilungsbewährung abzuwarten (Ausnahmen: z. B. Basalzellkarzinome, Bowen-Krankheit, Melanoma in situ); GdS während dieser Zeit
nach Entfernung eines Melanoms im Stadium I ([pT1 bis T2] pN0 M0) oder eines anderen Hauttumors in den Stadien (pT1 bis T2) pN0 bis N2 M050
in anderen Stadien80

 

Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/ , gelesen am 29.12.2020

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