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Gleichstellung bei GdB 30 und 40

Ab einem Grad der Behinderung ist eine Gleichstellung mit einem Schwerbehinderten möglich, wenn der Arbeitsplatz aufgrund der Behinderung bzw. Erkrankung gefährdet ist. Die Gleichstellung muß bei der zuständigen Arbeitsagentur beantragt werden. Der Arbeitgeber wird per Post von der Arbeitsagentur über den Gleichstellungsantrag seines Arbeitnehmers informiert.

Die Gleichstellung ermöglicht dem Antragsteller bestimmte Rechte, wie

  • besonderer Kündigungsschutz
  • Hilfen im Arbeitsleben, z.B. technische Hilfen bei der Arbeitsplatzausstattung
  • Beratung und Unterstützung durch die Integrationsfachdienste
  • Beschäftigungsanreize für Arbeitgeber, z.B. Lohnkostenzuschüsse

In seinem Antrag auf Gleichstellung muß der Antragsteller Gründe darlegen, warum der Arbeitsplatz gefährdet ist. Beispiele dafür sind:

  • Fehlzeiten aufgrund der Behinderung oder Erkrankung
  • geringere Belastbarkeit (anhand von Beispielen begründen, auch wenn im Rahmen de Tätigkeit bereits Hilfen ausprobiert werden, wie z.B. eine besondere Pausenregelung, Hilfe durch Praktikanten oder Kollegen … )
  • eingeschränkte berufliche und / oder regionale Mobilität

Mit der Gleichstellung erlangt der Antragsteller jedoch nicht alle Rechte eines Schwerbehinderten. Beispielsweise sind der Sonderurlaub oder die Befreiung von Überstunden erst ab einem GdB von 50 möglich, nicht aber bei einer Gleichstellung.

Steuerermäßigung mit dem Behindertenpauschalbetrag

Der sogenannte Behindertenpauschalbetrag kann in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Der Pauschbetrag ist nach dem Grad der Behinderung (GdB) gestaffelt. Für die Merkzeichen Bl und H wurde ein Pauschbetrag von 3700€ festgelegt.

Der Pauschalbetrag kann auch für Kinder in Anspruch genommen werden. Falls die Einstufung des GdB im Laufe des Steuerjahres festgestellt wurde, so gilt der zugeordnete Pauschalbetrag steuerlich gesehen für das gesamte Jahr. Interessant kann es aus steuerlichen Gründen deshalb in manchen Fällen sein, die Behinderung rückwirkend festellen zu lassen. Das wurde seit dem Jahr 2017 mit dem Bundesteilhabegesetz so geregelt.

 

Grad der Behinderung (GdB)Behinderten-Pauschbetrag (jährlich)
25–30310,00 €
35–40430,00 €
45–50570,00 €
55–60720,00 €
65–70890,00 €
75–801.060,00 €
85–901.230,00 €
95–1001.420,00 €
Merkzeichen Bl und H3.700,00 €

Der Pauschalbetrag soll eine einfache Möglichkeit bieten, um typische Mehrausgaben, die aufgrund einer Behinderung auftreten, steuerlich zu berücksichtigen. Typische Ausgaben müssen somit nicht einzeln aufführt werden. Treten in einem Jahr hohe untypische Kosten auf, beispielsweise durch einen behindertengerechten Umbau, dann lohnt sich zusätzlich eine Auflistung im Rahmen der außergewöhnlichen Belastungen. Siehe dazu meinen Beitrag auf handicap-bazar.de: Steuernachlass beim behindertengerechten Umbau