Steuer 2021: Erhöhung Behindertenpauschbetrag, Fahrtkostenpauschbetrag und Pflegepauschbetrag


Mit dem Behindertenpauschbetrag besteht im Rahmen der Einkommensteuer eine Möglichkeit die erhöhten Ausgaben im Steuerjahr geltend zu machen und die fällige Einkommenssteuer zu senken. Die Höhe des Behindertenpauschbetrags ist vom Grad der Behinderung abhängig.

Verdopplung der Behinderten-Pauschbeträge

Die Pauschalbeträge wurden in den 1970’er Jahren festgelegt und bestehen seitdem unverändert. Nun plant das Bundesfinanzministerium ab dem Steuerjahr bzw. Veranlagungszeitraum 2021 eine Verdopplung der Pauschalbeträge und eine Verbesserung der Systematik: Künftig soll bereits ab einem GdB von 20 ohne Erfüllung weiterer Voraussetzungen ein steuerlicher Pauschalbetrag geltend gemacht werden können.



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Pauschbeträge ab dem Veranlagungszeitraum 2021

Grad der Behinderung von

Pauschbetrag in EUR

20

384

30

620

40

860

50

1.140

60

1.440

70

1.780

80

2.120

90

2.460

100

2.840

 

Für behinderte Menschen mit den Merkzeichen H oder Bl soll sich der Pauschbetrag auf 7.400 € erhöhen.

„Zur Anpassung der Behinderten-Pauschbeträge und Steuervereinfachung sind ganz konkret die folgenden Maßnahmen vorgesehen:

  • die Verdopplung der Behinderten-Pauschbeträge
  • die Einführung eines behinderungsbedingten Fahrtkosten-Pauschbetrags (unter Berücksichtigung der zumutbaren Belastung)
  • der Verzicht auf die zusätzlichen Anspruchsvoraussetzungen zur Gewährung eines Behinderten-Pauschbetrags bei einem Grad der Behinderung kleiner 50 und
  • die Aktualisierung der Grade der Behinderung an das Sozialrecht, wodurch zukünftig ein Behinderten-Pauschbetrag bereits ab einem Grad der Behinderung von mindestens 20 berücksichtigt wird.

Darüber hinaus soll der Pflege-Pauschbetrag als persönliche Anerkennung der häuslichen Pflege bei gleichzeitiger Umstellung der Systematik angehoben werden. Für die Pflegegrade 2 und 3 wird zukünftig ebenfalls ein Pflege-Pauschbetrag gewährt.“

Quelle: https://www.bundesfinanzministerium.de/

Einführung eines behinderungsbedingten Fahrtkosten-Pauschbetrags

Fahrtkosten, die aufgrund der Behinderung entstehen, werden steuerlich bisher in Form einer Einzelauflistung im Rahmen der außergewöhnlichen Belastungen berücksichtigt. Ab dem Veranlagungszeitraum 2021 soll ein Pauschalbetrag eingeführt werden. Eine Einzelaufstellung ist dann nicht mehr notwendig. Dies vereinfacht die Steuererklärung und entlastet auch die Finanzbehörden.

  • 900€               Pauschalbetrag bei GdB 80 oder ab GdB 70 und Merkzeichen G
  • 4500€             Pauschalbetrag Merkzeichen aG, Bl oder H

„Der Pauschbetrag beträgt 900 Euro bei geh- und stehbehinderten Steuerpflichtigen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 80 oder einem Grad der Behinderung von mindestens 70 und dem Merkzeichen „G“. Für Menschen mit einer außergewöhnlichen Gehbehinderung (Merkzeichen „aG“), Blinde (Merkzeichen„Bl“) und hilflose Menschen (Merkzeichen „H“) können nach den bisher geltenden Regelungen in den Grenzen der Angemessenheit nicht nur Aufwendungen für durch die Behinderung veranlasste unvermeidbare Fahrten, sondern auch für Freizeit-, Erholungs- und Besuchsfahrten berücksichtigt werden. Aus diesem Grund wird für diese Fallkonstellationen ein Pauschbetrag von 4500 Euro normiert.“

Quelle: https://www.bundesfinanzministerium.de

Verbesserungen beim Pflegepauschbetrag

Auch beim Pflegepauschbetrag soll es Verbesserungen geben.

  • Ab dem Veranlagungszeitraum 2021 soll der Pflege-Pauschalbetrag bei der Pflege von Personen mit den Pflegegraden 4 und 5 erhöht werden (von 924 € auf 1.800 €).
  • Es soll ein Pflege-Pauschbetrag bei der Pflege von Personen mit den Pflegegraden 2 (600 €) und 3 (1.100 €) eingeführt werden.

Voraussetzungen sind, dass es sich um häusliche Pflege handelt und der pflegende Steuerpflichtige die Pflege unentgeltlich ausübt. Quelle: https://www.haufe.de/


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Über Jochen Radau

Ich arbeite seit dem Jahr 2004 als Sozialpädagoge in einer MS-Beratungsstelle für MS-Betroffene und Angehörige. Ein wichtiges Thema sind dort Fragen rund um den Schwerbehindertenausweis. Das betrifft die Nachteilsausgleiche beim jeweiligen Grad der Behinderung und den Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis. Aber auch Hilfen bei der Antragstellung und der Durchsetzung der Nachteilsausgleiche sind Teil meiner Tätigkeit.