Teilhabe am Arbeitsleben – Technische Hilfen und Hilfsmittel am Arbeitsplatz

Die technischen Hilfen sind eine von mehreren Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Wenn es wegen Art und Schwere der Behinderung notwendig ist, können am Arbeitsplatz Veränderungen durch die Rehabilitationsträger oder das Integrationsamt finanziert werden. Deren Zuständigkeiten habe ich auf meinem Blog handicap-bazar.de in einem Beitrag zur Wohnungshilfe beschrieben. Bei dem zuständigen Träger muss ein Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben gestellt werden.

Hilfsmittel, z.B. Rollstuhl am Arbeitsplatz

Wenn es erforderlich ist, können für den Arbeitsplatz Hilfsmittel, wie z.B. ein zweiter Rollstuhl finanziert werden. Bei Hitzeempfindlichkeit kann auch eine Klimaanlage angeschafft werden, wobei hier schon die Grenzen vom Hilfsmittel zu den technischen Hilfen verschwimmen.



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Welche technische Hilfen kommen in Betracht?

Die Rehabilitationsträger haben vor Ort technische Beratungsdienste in den Integrationsämtern und den Arbeitsagenturen, die auf Anforderung in die Betriebe gehen und sich dort den Arbeitsplatz der Beschäftigten mit Schwerbehinderung ansehen. Diese Berater sind z.B. Ingenieure, die viel Erfahrung mit Arbeitsplatzanpassungen haben und Ideen einbringen können, wie der Arbeitsplatz umgestaltet werden kann. Welche technischen Hilfen zum Einsatz kommen können, hängt vom individuellen Arbeitsplatz ab.

Technische Hilfen können z.B. Transportfahrzeuge für die Verkürzung von Wegen oder Hebetische sein, mit denen schwere Gegenstände hochgehoben werden. Auf den Seiten von REHADAT findet ihr viele Beispiele und weitere Informationen zu diesen Hilfsmitteln.

Umbau am Arbeitsplatz ohne Rücksicht auf Normen

Auch notwendige Umbauten am Arbeitsplatz gehören zu den Teihabeleistungen. Dies könnten z.B. ein individueller Umbau einer Toilette oder der barrierefreie Umbau des Eingangs sein. Dabei wird so umgebaut, dass der betroffene Arbeitnehmer damit zurechtkommt. Die Normen zur barrierefreien Gestaltung müssen nicht beachtet werden.

Welcher Rehaträger ist für mich zuständig?

Kostenträger dieser beruflichen Rehamaßnahme ist eine der folgenden Stellen:

  • die Deutsche Rentenversicherung
  • die Agentur für Arbeit
  • das Integrationsamt bzw. die Hauptfürsorgestelle.

Welche Stelle zuständig ist hängt von der Dauer der sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit und dem Arbeitnehmerstatus ab (angestellt-selbstständig-verbeamtet).

  • Deutsche Rentenversicherung: Beitragszahlung >= 15 Jahre
  • Agentur für Arbeit: Beitragszahlung < 15 Jahre
  • Integrationsamt oder die Hauptfürsorgestelle: Beamte und Selbstständige

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Über Jochen Radau

Ich arbeite seit dem Jahr 2004 als Sozialpädagoge in einer MS-Beratungsstelle für MS-Betroffene und Angehörige. Ein wichtiges Thema sind dort Fragen rund um den Schwerbehindertenausweis. Das betrifft die Nachteilsausgleiche beim jeweiligen Grad der Behinderung und den Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis. Aber auch Hilfen bei der Antragstellung und der Durchsetzung der Nachteilsausgleiche sind Teil meiner Tätigkeit.